Wie das Studio entstanden ist

Helena Scurrow hat 2018 mit drei Wohnungen in Kreuzberg angefangen, an einem geteilten Tisch und mit dem Namen der Familie auf der Mappe. Scurrows-Offer heißt deshalb so, weil am Ende ein Angebot stehen soll, das du bauen kannst, und nicht eine Geschichte, die nur im Gespräch glänzt. Aus den drei Wohnungen wurden über die Jahre 87, dazu 16 kleine Gewerberäume. Im Jahr 2020 kam der erste Praxisumbau, 2022 waren es vier Leute, 2024 die feste Zusammenarbeit mit einer Tischlerei in Neukölln. Seit 2026 sitzen wir zu fünft in der Kommandantenstraße 60.

Wir sind keine Agentur mit wechselnden Gesichtern. Wenn du anrufst, landest du bei jemandem, der den Plan kennt. Die beiden Bilder zeigen den Tisch, an dem die Skizzen liegen, und die Wand mit den Proben, die wir wirklich bestellen können. Beides ist unspektakulär, und genau das ist der Punkt. Gute Räume entstehen aus Wiederholung, aus Maßen und aus Materialien, die du in die Hand nimmst, bevor sie an der Wand landen. Wer ein fertiges Magazin sucht, ist bei uns falsch. Wer eine Wohnung sucht, die am Dienstagabend noch funktioniert, ist richtig.

Arbeitstisch im Studio mit Skizzen und Proben
Der Tisch, an dem die Pläne liegen bleiben, bis die Maße stimmen.
Regal mit Materialmustern im Atelier
Proben, die wir in Berlin bekommen, nicht nur auf einem Bildschirm.

Worauf wir hinarbeiten

Das Ziel des Studios lässt sich in vier Streifen legen, und alle vier müssen gleichzeitig stimmen, sonst wird aus der Wohnung eine Kulisse. Wir wollen Räume, die den Alltag aushalten, Entscheidungen, die ein Ende haben, Material, das du anfassen darfst, und Budgets, die vor der Baustelle sichtbar sind. Nichts davon ist ein Slogan für die Tür. Es ist die Liste, an der wir eine Planung abbrechen, wenn sie nur noch hübsch ist und nicht mehr benutzbar. Im Jahr 2026 gilt das für jede der zwölf offenen Planungen gleich, egal ob es eine kleine Wohnung oder ein einzelner Praxisraum ist.

Helena Scurrow hält diese Liste kurz, damit sie im Termin noch passt und nicht in einem Leitbild versinkt. Wenn ein Vorschlag gegen einen der Streifen läuft, sagen wir das, auch wenn das Bild auf dem Papier schöner wäre. Du sollst am Ende nicht uns brauchen, um den Schrank zu öffnen. Du sollst wissen, warum er dort steht, was er kostet und welches Material du nachbestellen kannst, wenn in drei Jahren eine Kante stößt. Das ist das Angebot hinter dem Namen, und daran messen wir die Arbeit in der Kommandantenstraße.

  • Alltag vor dem Bild

    Der Raum muss am Dienstagabend funktionieren, nicht nur an dem Tag, an dem das Licht für ein Foto günstig fällt.

  • Ein Ende der Varianten

    Zwei Korrekturrunden reichen, um eine Richtung festzuziehen. Danach entscheiden wir, statt die Mappe immer dicker zu machen.

  • Material in der Hand

    Was wir vorschlagen, muss sich bestellen lassen. Eine Probe, die nur auf dem Bildschirm existiert, kommt nicht in den Plan.

  • Geld vor der Baustelle

    Die nächste Phase hat eine Zahl, bevor sie startet. So bleibt das Budget ein Werkzeug und wird nicht zur Ausrede.

Die Jahre

Die kurze Geschichte steht senkrecht, weil sie eine Reihenfolge hat und keine Collage sein soll. Jedes Jahr markiert eine Entscheidung, die das Studio heute noch trägt. Wir haben nicht jedes Jahr die Stückzahl erhöht. Manchmal haben wir nur die Zusammenarbeit enger gezogen oder den Tisch in einen anderen Raum gestellt. Wenn du uns 2026 besuchst, siehst du die Summe daraus: fünf Leute, eine Adresse in der Kommandantenstraße und ein Stapel Pläne, die zu Wohnungen geworden sind. Die Jahreszahlen unten sind der Weg dorthin, ohne Lücken zu erfinden, die wir nicht gearbeitet haben.

  1. 2018

    Drei Wohnungen, ein geteilter Tisch

    Helena Scurrow startet in Kreuzberg mit den ersten drei Wohnungen. Der Name Scurrows-Offer steht auf den Mappen, das Angebot soll baubar sein. Es gibt noch kein Büro, nur verlässliche Termine und Pläne, die eine Malerfirma lesen kann.

  2. 2020

    Der erste Praxisraum

    Ein kleiner Gewerberaum für eine Physiotherapie kommt dazu. Wir lernen, Wartezone und Behandlungsraum zu trennen, ohne die Wohnungssprache zu verlieren. Das Studio zieht in ein Zimmer nahe am Kanal, immer noch übersichtlich.

  3. 2022

    Vier Leute, Fokus Altbau

    Das Team wächst auf vier Personen. Der Schwerpunkt wird klarer: Familienwohnungen im Berliner Altbau, mit schiefen Wänden und Höfen, die das Licht portionieren. Wir lehnen Anfragen ab, die nur eine schnelle Einrichtung ohne Aufmaß wollen.

  4. 2024

    Die Tischlerei in Neukölln

    Eine Werkstatt wird zur festen Partnerin für Einbauten. Details wiederholen sich, bis die Fugen sitzen. Dadurch werden die Pläne kürzer und genauer, weil beide Seiten dieselben Abkürzungen kennen und nicht jedes Mal bei null anfangen.

  5. 2026

    Kommandantenstraße 60

    Fünf Leute, zwölf laufende Planungen, die GmbH mit der Nummer HRB 739416. Der Tisch steht jetzt in der Kommandantenstraße 60. Der Anspruch ist derselbe wie 2018: ein Angebot, das nach dem Einzug noch stimmt.